- ein begeisternder Törn mit dem Nordischen Folkeboot
Zwei junge Engländer - Henry Adams (rechts) und Tim Fosh - starteten im Herbst 2007 in ihrem Heimatland zu dem lang ersehnten Abenteuer. Mit einem leicht modifizierten Sereinbau aus Dänemark segelten sie von England aus über Madeira auf die Kanarischen Inseln, wo alljährlich im November der Start zur Atlantik Rallye für 'jedermann' (ARC) stattfindet.
In 21 Tagen segelten sie über den Teich. Nach erfolgreichem Abschluss der Regatta, bei der die beiden den Preis für das kleinste teilnehmende Boot gewannen, interviewte Michael Hundrup - unser Mann für Presse und Öffentlichkeitsarbeit - den Skipper.
Lesen Sie hier, was Henry Adams zur Reise über den Großen Teich sagte.
Sie, lieber Leser, können auf den nachfolgenden Seiten noch einmal den Schilderungen von Henry Adams folgen und sich begeistern an den Erlebnissen, die in einmaliger Weise auch die Qualitäten des Nordischen Folkeboots bei dieser Herausforderung beschreiben.
Viel Spaß beim Lesen!
Das Tagebuch der Atlantik-Überquerung von Henry Adams und Tim Fosh
24 Sep 2007 13:16,
Lagos Marina Beginne bei Position 37° 6‘39.43"N, 8°40‘27.03"W, Lagos Marina. Plan vorerst: Ab Lagos, vielleicht am 16. Oktober, 450 Meilen zur Madeira Gruppe. Dann zu den Kanaren via Selvagem Inseln (300 Meilen weiter), dann die Atlantik Vorbereitungen, um am 25. November ins tiefe Wasser vorzudringen. Außerdem werde ich am 11. Oktober "Yachtmaster" sein, hoffentlich...
10. Dec 2007 13:16
Position: 16:52N, 44:50W
Wie aufregend, wir haben den Punkt passiert, von dem aus es nur noch 1000 Meilen zu segeln sind! Heute um 12:00 GMT waren es genau noch 949 nm zwischen uns und St. Lucia, und es wird konstant weniger, weil wir derzeit gut vorankommen (heute einmal mit 12,7 Knoten gesurft), und zwar in akzeptablen Bedingungen (schon tagelang keine 40 Fuß Welle mehr gesehen). Unsere Fischerei ist weiterhin enttäuschend, und ich muss weiterhin auf meinen ersten Tunfischschmaus warten. Meine Bemühungen waren nicht erfolgreicher als die des Skippers, obwohl sie eindeutig mehr Flair und Stil hatten. Das negative Resultat lag einfach an der schlichten und absoluten Abwesenheit von Fisch, keineswegs an schlechter Technik.
3. May 2008 Land Ahoi!
Position: 24:03.5N, 74:32.2W
Dank Neptun wieder auf festem Boden! Nach zwei Tagen mit Starkwind aus nördlichen Richtungen, in denen Ariel nur so dahinflog. Unter dreifach gerefftem Groß (das heißt Sturm) ist sie aber auch eine Menge herum gesprungen in einer konfusen See. Muss ich sagen, dass ich ein paar neue Lecks entdeckt habe? Dann heute morgen, gerade zum Sonnenaufgang angekommen, bin ich sofort an Land gesprungen, um mich mal wieder ruhig hinzusetzen. Es fühlt sich gut an, einmal dieses Macho-Einhandsegel-Ding probiert zu haben, aber zu zweit ist doch klar besser - man kriegt etwas Schlaf! Morgen geht es nach Conception Island, einem verlassenen Vogelschutzgebiet mit vier Meilen Korallenriffs, dann nach Georgetown, dem Fahrtenseglerzentrum, wo ich meine Mama treffe!
Die letzte Etappe von "Ariels" Atlantiktörn ging von den Azoren heim nach England. Der Plan war, nonstop Teignmouth in Devon anzulaufen, wo mir als Kind meine Großmutter das Segeln beigebracht hat, und wo sie noch immer wohnt. Das ist eine Strecke von 1250 Nautischen Meilen, für die ich 11 oder 12 Tage veranschlagte. Ich war ja schon früher dieses Jahr 800 Meilen alleine von St.Martin zu den Bahamas gesegelt und hatte es genossen. Also beschloss ich, auch diese letzte Herausforderung allein anzunehmen - zu zweit ist es ja auch zu einfach in so einem stabilen Folkeboot!

Nordic Folkboat