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31.10.2014 : 23:42

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Fahrtensegelei mit der Familie

Wie in jedem Jahr segelten wir auch in diesem Jahr mit der Familie auf dem Folkeboot, der FG 348, allerdings mit einer Ausnahme. Unsere Kinder Jykke und Frederik waren im Zeltlager, und somit hatte Thorges Freund Lasse die Chance, 1 Woche mit uns in der Dänischen Südsee zu segeln. Von Kiel Schilksee bei schlechtem Wetter und Wind von vorne (NNW 4 Windstärke) ging`s Richtung Maasholm, um Lasse an Bord zu nehmen. Überraschender Weise sichteten wir schon gleich in der Eckernförder Bucht einen Tümmler. In Maasholm angekommen, schnell noch eine Abschieds Curry Wurst mit Lasses Eltern und Bruder Tim. Damit war unsere Mannschaft dann komplett.

Mit schwankenden Brettern unter den Füßen, da hat man doch gut lachen. 5 Tage segeln, hurra!

Sonntag: 12.8.07

Maasholm Leinen los! um 11.14 Uhr, Sonne über alles. Mit 5 Knoten rauschen wir Richtung Ärö, Kurs NO. Unsere Planung ist, Freunde auf der kleinen Insel Hjorto zu besuchen. Plötzlich veränderte Windbedingungen, Flaute, motoren, Segel rauf, Segel runter, alte Dünung etc., lassen auch den eingefleischten Seglermagen mulmig werden. Endlich, um 18.15 Leinen fest in  Söby auf der Insel Ärö. Wir haben uns ein dickes Eis verdient.

Montag: 13.8.07

Mit 4 frischen Schollen an Bord, geht’s weiter Richtung Hjortö. 2 Stunden segeln und auch diese Strecke ist geschafft. Das Fahrwasser im Svendborg Sund bringt uns eine gute Abwechslung. Der kleine Hafen auf Hjortö liegt einladend in der Mittagssonne, Kinder plantschen im Hafenbecken und wir suchen uns einen Liegeplatz mitten im Hafenbecken. Auf der kleinen, sehr urigen Inseln treffen wir unsere Freunde  schnell, obwohl wir nicht angemeldet sind. Die badenden Kinder entpuppen sich als die befreundeten Kids, schnell sind Kontakte geknüpft, und die vier erobern die Insel per Fahrrad und zu Fuß. Es ist für die dänischen Kinder der letzte Ferientag, und das genießen wir noch einmal richtig bei einem gemütlichen Grillfest mit romantischem Sonnenuntergang. Auch ein Nachtangeln darf nicht fehlen: „Nachts beißen die Fische am besten“ weiß Lasse zu erzählen.

Dienstag: 14.8.07

Der Wetterbericht hat schlechtes Wetter vorhergesagt. Aber,der Himmel ist blau, 3 Windstärken aus Süd, etwas diesig. Aus unseren Erfahrungen wissen wir, daß das Wetter sich erst im Laufe des Tages verändern wird. So wird aus unserem Hafentag auf Hjortö nichts, und wir segeln Richtung Westen. 'Mal sehen, wie weit wir kommen. Die Seemannschaft an Bord ist inzwischen richtig gut, die tägliche Flaggenparade ist Hoheitsgebiet von Thorge und Lasse, das Auslaufmanöver klappt. Schnell trägt uns der Wind Richtung Alsen, kleine Flaute zwischen durch, dann aber wieder Wind, Welle natürlich, wir sitzen auf der Kante, auch nicht jeder. Niko und mir schmecken die vorbereiteten Butterbrote, die Jungs halten sich da zurück. Wir brauchen viel Sonnencreme.  Wir runden die Südspitze Alsens, Gammel Pöl, abermals Flaute, wir liegen auf Legerwall, schnell den Motor an? Nein, wir haben Ergeiz, mit wenig Wind und optimaler Segeleinstellung vorwärts zu kommen. Das Thema Kartenkunde ist jetzt genau richtig. "Wie lassen sich die Dreiecke auf der Seekarte noch zusammenlegen?"  Wir meistern auch diese Situation. Kurz nach 17 Uhr erreichen wir den Hafen Hörup Hav. Die Portion überbackene Nudeln kann heut nicht groß genug sein, und der Spaziergang tut danach gut. Mirabellen naschender Weise bläst uns der Wind inzwischen aus SSO mit Stärke 5 direkt ins Gesicht. Nachts regnet es dann.


Mittwoch: 15.8.07


Hafentag in Hörup Hav - so ist unsere kollektive Meinung. D.h. jeder geht seiner Wege. Der Tag beginnt mit leckeren dän. Brötchen, dän. Leberpastete und kl. Gürkchen. Thorge und Lasse erobern den Wald mit einem reißenden Bach darin, wir lesen uns durch unsere Bücher, Karten werden gespielt (Wizard, 6 nimmt). Urgemütlich, denn inzwischen pfeift der Wind nur so über uns herüber mit gelegentlichen Regenschauern.

Aber unsere Proviantlage will unseren Gelüsten angemessen sein, und so müssen wir in den Supermarkt. Der dortige Wetterbericht per PC verheißt für den morgigen Tag nichts Gutes. In unserer Mannschaftsbesprechung kommen wir zu dem Entschluss: "Wir segeln jetzt noch die 10 sm nach Gelting Hafen". Schnell ist alles aufgeklart, an den Dalben entlang wird Schwung genommen und es geht mit halbem Wind aus dem Hafen, ohne Motor natürlich. Draußen begrüßt uns der frischen Wind aus S, die Sonne scheint, wir müssen bis zur Huk kreuzen, liegen dann hoch am Wind Gelting an. 1.20 m hohe Wellen, Schaumkronen, wir alle in Ölzeug bei guter Laune, jeder auf seiner Position, und wir reiten wie auf einem Rodeo Ritt über die Flensburger Förde. Unsere Berechnungen gehen auf: „Es wir heftig, aber wir schaffen es – gemeinsam!“ Der Wind ist inzwischen auf gute 5 Bft angestiegen. Kaum im Hafen, geht alles sehr schnell. Das Boot wird aufgeklart, die "Kuchenbude" festgemacht. Und kaum ist das Essen auf dem neu konzipiertem Tisch, prasselt der Regen nur so auf uns hernieder, und der Wind ist plötzlich weg. "Timing" nennen wir es.

Donnerstag: 16.8.07, Gelting Hafen, Unser Törn ist zu Ende. Uns bleibt noch ein letztes gutes Frühstück, auch die spannenden Bücher dürfen nicht fehlen.

In der Luft liegt ein Gefühl von Abschied nehmen und "wir würden gerne noch weiter segeln", aber die Aussicht auf eine Woche Friedrichstadt mit Opti-Training ist natürlich auch verlockend. So klaren wir auf, schießen Abschiedfotos mit einem dicken Eis in der Hand und erwarten Lasses Eltern.

Resümee: ein toller Segeltörn geht zu Ende, wir hatten viel Wind, viel Sonne und auch Regen, aber immer die richtige Entscheidung getroffen. Und unsere Mannschaft ist klasse. So fällt uns unser Versprechen leicht, so einen Törn mal wieder zu machen.

Geschrieben von Betina Bewarder, SCPr, im Herbst 2007

Niko von Bosse, Thorge Bewarder, Lasse Helgenberger, Betina Bewarder